Geschichte eines Wahrzeichens – Der Funkturm

Geschichte eines Wahrzeichens – Der Funkturm

Die Geschichte des Berliner Funkturms
Als eines der Wahrzeichen von Berlin hat der Funkturm seit seiner Einweihung im September des Jahres 1926 sein Aussehen weit weniger verändert als die ihn umgebende Stadt selbst. Lediglich seine Funktion hat sich der jeweiligen Zeit angepasst und so wurde aus dem einstigen Sendeturm der heute einzige Aussichtsturm der Welt, der zur angedachten Verhinderung des Abfließens von Sendeenergie noch heute auf Porzellanisolatoren steht.

Symbol für die technische Ära Berlins

Funkturm-Traegerfuss

Einer der Trägerfüße des Funkturms. Am Boden sind die Prozelanisolatoren zu erkennen.

Im Jahr 1924 wurde aus einer Vielzahl von Konstruktionszeichnungen, die der Architekturprofessor Heinrich Straumer in Vorbereitung des Baus eines Sendeturms in Berlin angefertigt hatte, diejenige ausgewählt, die 83 Jahre später die Grundlage für die Auszeichnung des Funkturms mit dem Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“ bildete.

Allerdings ist der Vollständigkeit halber anzumerken, dass der als Antennenträger konzipierte Turm erst etwas später ein Restaurant und eine Aussichtsplattform erhielt.
Der Rohbau der circa 135 Meter hohen Stahlkonstruktion war bereits 1925 fertiggestellt, so dass bereits in diesem Jahr mit dem Sendebetrieb auf einer Mittelwellenfrequenz begonnen wurde. Da das ursprüngliche Konzept, den Turm als selbststrahlende Antenne einzusetzen keine optimalen Ergebnisse brachte, wurde zwischen seiner Spitze und einem 80 Meter hohen Stahlfachwerkmast eine T-Antenne gespannt.
Der offizielle Sendebetrieb wurde 1926 anlässlich der Eröffnung der 3. Funkausstellung in Berlin aufgenommen.

Albert Einstein am Fuße des Funkturms
Nachdem bereits 1929 vom Turm aus die die erste Fernseh-Versuchssendung ausgestrahlt wurde, rückte ein Jahr später der große Albert Einstein mit seiner Eröffnungsrede zur 7. Funkausstellung am Fuße des dem Eiffelturm nachempfundenen Bauwerks, den Funkturm erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

1935 zerstörte ein Großbrand das Restaurant und alle Sendeeinrichtungen am Funkturm, wobei die Rundfunksendungen schon nicht mehr von ihm ausgestrahlt wurden. Der Fernsehsender nahm noch im gleichen Jahr seinen bis 1938 laufenden Betrieb wieder auf.

Während des Zweiten Weltkriegs diente der Funkturm als Beobachtungsstation. Kriegsschäden entstanden an Teilen der Stahlkonstruktion und erneut am Restaurant.

Der Funkturm wird zum Besuchermagneten
Nach der Wiedereröffnung des Turmrestaurants mit seiner Jugendstil-Einrichtung im Jahr 1950, wurde die Höhe des Funkturms durch eine zusätzliche Antenne für UKW-Hörfunk- und Fernsehprogramme auf 151 Meter vergrößert. Schrittweise erfolgte jedoch ab 1963 eine Einstellung des Sendebetriebs, die erst zehn Jahre später endgültig abgeschlossen wurde.
Demontagen an der Antennenanlage führten zur Verringerung der Höhe des Funkturms auf die heutigen 146,78 Meter.
Zwischen 1987 und 1992 erfolgte seine umfassende Sanierung, die mit dem Einbau eines neuen Panoramafahrstuhls und der teilweisen Erneuerung der 610, bei Wartungen oder Notfällen benötigten Treppenstufen verbunden war.

Heute hat der Blick vom Funkturm auf die Hauptstadt Berlin, der besonders zu nächtlicher Stunde sehr beeindruckt, Eingang in zahlreiche Besuchsprogramme von Berlin gefunden.